Donnerstag, 18. Februar 2010

Die Ausschabung

Heute ist die Ausschabung nun schon einen Monat her. Ich bin immer noch sehr traurig das mein Krümelchen mich verlassen musste.

Am 15.01.2010 brach für mich eine Welt zusammen. Mein FA gab mir die Überweisung für eine Ausschabung. Mein Krümel sollte mir genommen werden. Wir waren am gleichen Tag noch in KH. Für mich war jedoch klar heute mache ich keine Ausschabung. Ich wollte wenigstens noch das Wochenende mit meinem Krümelchen haben. Ich wurde nochmal von einer Frauenärztin untersucht. Diese stellte fest das es 3 Fruchthöhlen sind allerdings zwei FH deutlich kleiner und ohne Inhalt. Ich sah mein Krümelchen zum letzten mal. Da folgte noch Blutabnahme und ich musste noch zum Narkosearzt und auf die Kurzpflegestation. Alles erlebte ich wie in trance. Habe auch ständig geweint. Wollte es nicht war haben.

Das Wochenende habe ich niemanden an mich rangelassen. Nicht mal meinen Mann. Ich konnte mit niemanden sprechen. Es war so als hätte jemand ein Schloss um mich gehängt und zugeschlossen und den Schlüssel weggeworfen. Ich habe immer an mein Krümelchen gedacht und über meinen Bauch gestreichelt. In der Nacht von Sonntag auf Montag konnte ich nicht schlafen. Ich dachte immer an Krümelchen und das es mir genommen wird. Ich nicht mehr schwanger bin. Auch hatte ich große Angst vor der Ausschabung. Schließlich ist es ja auch eine OP, wenn sie auch nicht lange dauert.

Ja und dann klingelte der Wecker. Ich wollte nicht aufstehen, wollte nicht ins KH. Aber ich musste. Ich kam mir vor wie ein Schaf das zur Schlachtbank geführt wird. Auf der Station angekommen, musste ich diese OP-Hemdchen anziehen. Für jeden Menschen vielleicht was ganz normales aber für mich der Horror. Ich errinnerte mich an meine Schwiegermutter die erst im August 2009 gestorben war und wie sie auf Intensiv lag in so einen OP-Hemd. Dann musste ich noch ein Zäpfchen einführen, dies war dafür gedacht das sich der Muttermund leichter öffnet. Ich dachte immer hast du es auch richtig gemacht. Aber was soll man schon falsch machen. Danach bekam ich noch Beruhigungstabletten. Ja und eigentlich wollte ich bis sie mich abholten nicht einschlafen aber die Tab. machen mich müde und so wurde ich überrascht das es schon seit war und sie mich für die OP abholten. Immer wieder kamen mir die Gedanken wenn du nach der OP wieder aufwachst ist dein Krümelchen nicht mehr da und du bist nicht mehr schwanger. Bei den OP-Vorbereitungen kam meine Angst auch wieder hoch. Mir wurde die Kanüle gesetzt sowie eine Infusion verabreicht. Ich glaube ich habe ewig lange gewartet bis ich dran kam. So kam es mir jedenfalls vor. Ein ganz liebe OP-Schwester hat mich während der Zeit des Wartens betreut. Sie erzählte mir sie hätte selbst vor kurzen eine FG mit Ausschabung und sie erzählte mir auch das es für die fehlgeborenen Kinder in unserer Stadt eine Beisetzung gab. Dieser Gedanke hat mich sehr beruhigt.

Ich wurde in den OP-Raum geschoben. Meine Angst wurde so schlimm, dass ich am ganzen Körper gezittert habe. Dann bekam ich die Spritze für die Vollnarkose. Es brannte, ich wollte nicht einschlafen. Mein nächster Gedanke: Schmerzen. Die OP war vorbei. Mein Krümelchen nicht mehr bei mir und ich nicht mehr schwanger. Ich wurde vom OP-Tisch auf ein Bett umgebettet und in den Aufwachraum geschoben. Ich fühlte mich leer, wollte hier weg sofort. Wollte zurück auf Zimmer zu meinen Mann.

Kurze Zeit später war ich wieder in meinen Zimmer. Mittlerweile schon wieder etwas munter. Die Schwester maß Blutdruck und Blutzucker und sagte ich würde heute nacht hier bleiben. Ich sofort nein ich gehe heute wieder, ich bleibe nicht. Auf keinen Fall wollte ich eine Nacht im KH verbringen. Die Schwester ging kurz nachschauen und als sie wiederkam sagte sie mir dass sie mich verwechselt habe, es seien heute so viele mit den Anfangsbuchstaben K.. da. Buh, Erleichterung machte sich bei mir breit, ich gehe heute wieder nach Hause. Aber bis dahin sollte es noch eine Weile dauern. Erstmal kam Mittag, ich hatte so gar keinen Hunger. Während des Mittags wurde mir dann total übel und mein Blutdruck ging in den Keller. Es war eben noch alles zu viel für mich. Später kam dann noch eine Ärztin vorbei und erzählte mir das soweit alles gut gegangen ist. OP ja aber ansonst gutgegangen. Mein Krümelchen war nicht mehr da!!!!!!!!!!! Sie sagte weiter das ich aufgrund der Blutgruppe diese Antikörper-Spritze bekäme, damit ich wenn ich wieder schwanger werde nicht Antikörper gegen mein Kind bilde. Wieder schwanger werden ist mein größter Wunsch.

Nachmittags musste ich dann nochmal zum Narkose-Arzt auch er war zufrieden mit mir und danach konnte ich nach Hause. Endlich raus hier.

Mir fällt es sehr sehr schwer das hier aufzuschreiben. Mir kommen die Tränen. Denke jetzt gerade daran wie weit ich schon gewesen wäre. Aber Krümelchen ist nicht mehr bei mir.

Manchmal denke ich der Schmerz wird nie vergehen. Sehr große Unterstützung erhalte ich von meinen Mann. Ich bin sehr froh das er die ganze Zeit bei mir war, mich zu jeder Untersuchung begleitet hat. Am Tag der AS für mich da war. Mir auch jetzt in der Zeit sehr sehr hilft. Ich weiß auch ihm geht es nicht gut und er trauert auch um unser Krümelchen. Ich möchte ihm hier Danken für alles was er für mich getan hat. 1000 Dank. Auch Danke den Menschen die zu uns stehen und mit uns traurig sind.

Kommentare:

  1. Ach liebe Fine1,

    habe eben gesehen, dass Du wieder etwas gepostet hast. Mir kamen beim Lesen fast die Tränen, was sicher auch daran lag, dass das ganze bei mir ja fast zeitgleich abgelaufen ist. Nur hatte ich keine AS, sondern einen natürlichen Abgang (So. 23.01.) vorher hatte ich zwei Wochen leichte Blutungen, dann der Sonntag ganz extrem und danach auch noch ein paar Tage leichte Blutungen. Mein FA hatte mir dazu geraten und im Nachhinein bin ich froh, dass es so gelaufen ist. Die Natur gibt, die Natur nimmt. War mir lieber, als dass es mir ein Arzt nimmt.
    Trotzdem ist es traurig, traurig. ET wäre 08.08. gewesen....
    Aber ich bin sicher: unsere Krümel tanzen Samba im Krümelhimmel. Vielleicht ja sogar zusammen.
    Und: Sie sind immer bei uns!!
    Drücke Dir ganz fest die Daumen, damit Dein grösster Wunsch trotz allem in Erfüllung geht!!
    Lass Dich nur nicht ganz runterziehen - nach vorne schauen, auch wenn es total schwerfällt, und weitermachen.
    Ich wache manchmal morgens auf und denke: schwanger? Nein.....
    So, musste jetzt ein bisschen mehr schreiben, was aber auch daran liegt, dass ich es niemandem aus meinem Umfeld (ausser natürlich meinem Mann und meinen Eltern) erzählt hatte, dass ich schwanger war, weil es einfach noch zu früh war. Und hinterher zu sagen, Leute, hatte letzte Woche eine Fehlgeburt, würde die meisten wahrscheinlich überfordern (und eh' nichts bringen, ausser den üblichen, gutgemeinten Ratschlägen)

    Liebe Fine1, ich drücke dich ganz dolle und wünsche Dir das Allerbeste für die nächste Zeit und für eine erneute Schwangerschaft, sofern ihr es nochmal angeht.

    Alles Gute
    Daniela

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  2. Hallo Daniela,

    dein Kommentar war nicht verschwunden, ich muss ihn erst freischalten.

    Ich finde es gehört viel Kraft und Mut dazu das du dich für einen natürlichen Abgang entschieden hast. Ich weiß nicht ob ich es gekonnt hätte.

    Mein ET wäre der 16.08. gewesen, nur 8 Tage später als deiner.

    Ich wünsche Dir alles alles Gute und das deine nächste Schwangerschaft sorgenfrei verläuft und du nach 9 Monaten ein gesundes Baby in den Armen hälst.

    Würde mich freuen wieder von Dir zu hören.

    LG Fine

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